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  • 25.10.2014 - Kniegelenksarthrose- konservative Behandlung

Kniegelenksarthrose konservativ behandeln – was wirklich hilft

 

Gleich vorweg: Heilbar ist die Arthrose nicht, denn die Folgen des Knorpelabbaus können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Allerdings lässt es sich trotz Arthrose im Knie durchaus auch beschwerdefrei leben, mit einem ausgefeilten Therapieplan können die Symptome weitgehend beherrscht werden.

 

Unser Behandlungskonzept für Arthrose zielt darauf ab,

  • die Schmerzen im Knie zu beseitigen,
  • die Beweglichkeit und die Leistungsfähigkeit des Gelenks zu verbessern und
  • den Reizzustand zu vermindern, um ein Fortschreiten des Knorpelabbaus zu stoppen und den verbliebenen Knorpel möglichst zu erhalten.

 

Die konservative Arthrosetherapie kennt eine Reihe von erfolgreichen Behandlungsmethoden, um diese Ziele zu erreichen. Unser  Arthrose-Behandlungsplan enthält  viele verschiedene Bausteine, um den Teufelskreis aus Schmerz, Bewegungsmangel, Knorpelabbau und Schmerzverstärkung zu durchbrechen.

  • Kniegelenk entlasten – Schmerzen reduzieren

Eine Schmerzminderung wird oftmals allein schon durch eine Entlastung des Gelenks erreicht sowie durch den Schutz des Gelenks vor Fehl- und Überbelastung. Orthopädische Hilfsmittel wie Kniegelenksorthesen (Bandagen), Fersenkissen oder angepasste Einlagen schützen davor. Unsere Ärzte beraten Sie gerne darüber, ob und welche dieser Maßnahmen auch bei Ihnen sinnvoll sind.

 

  • Physiotherapie und Physikalische Therapie für langfristigen Erfolg

Auch eine schmerzhafte Arthrose zwingt keineswegs zur Schonung, im Gegenteil, die Durchblutung des Gelenkes wird durch mäßige, gezielte und richtige Bewegung gefördert, der Knorpelverlust wird aufgehalten. Eine physiotherapeutische Behandlung in Verbindung mit physikalischer Therapie und Muskelaufbautraining ist ein schonender und vielversprechender Weg, Schmerzen auch langfristig zu vermeiden.

  • AkupunkturWirksamkeit bei Kniegelenksarthrose erwiesen

Mehrere Studien beweisen, dass Akupunktur eine wirksame Therapieform darstellt, die Schmerzen bei Arthrose nachhaltig lindern kann. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen deshalb auch die Kosten für eine gewisse Anzahl von Akupunktursitzungen bei der Kniegelenksarthrose.

 

 

  • Medikamentöse Injektionsbehandlung – Hilfe für akute und chronische Reizzustände

Für die Behandlung von Knorpelschäden stehen knorpelunterstützende Injektionen zur Verfügung. Unter anderem werden Hyaluronsäure oder homöopathische Medikamente verwendet. Sie wirken entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und machen den Knorpel gleitfähiger, wodurch der Abrieb des Knorpels gedämpft oder gestoppt werden kann.

Massive Schmerzen oder entzündliche Prozesse im Kniegelenk können mit Injektionen von Kortisonpräparaten gezielt behandelt werden. Kortison wirkt entzündungshemmend und bringt Schwellungen zum Abklingen. Die Kortisoninjektion wird zeitlich begrenzt eingesetzt und richtet sich nach Dauer und Schwere der Entzündung.

 

 

  • Nahrungsergänzungsmittel können Arthrose aufhalten

Begleitend zu einer gesunden Ernährung können auch Nahrungsergänzungsmittel mit den Wirkstoffen Chondroitin und Glucosamin dazu beitragen, eine Arthrose aufzuhalten. Diese Substanzen sind natürliche Knorpelbestandteile und können den Knorpel zwar nicht wieder aufbauen, aber sie können verlässlichen Untersuchungen zufolge die Knorpelabbauprozesse deutlich verlangsamen. Produkt- Informationen erhalten Sie auf Wunsch von Ihrem behandelnden Arzt.

 

  • Gelenkersatz – der letzte Ausweg

Wenn die konservative Behandlung der Kniegelenksarthrose keinen Erfolg bringt, dann kann über operative Maßnahmen nachgedacht werden. Auch im operativen Bereich richtet sich die jeweilige Therapie immer nach dem Krankheitsstadium und dem Leidensdruck des Patienten. In bestimmten Fällen können beispielsweise auch schon kleine Eingriffe wie z.B. eine Arthroskopie des Gelenks mit Knorpelglättung die Arthrose hinauszögern. Zu den vorbeugenden operativen  Maßnahmen gehören etwa die operativen Korrekturen von Fehlstellungen, die Beseitigung von Instabilitäten oder die Entfernung freier Gelenkkörper im Kniegelenk.

Die Versorgung des Kniegelenks mit einem künstlichen Gelenkersatz ist als letzte der möglichen operativen und nicht operativen Maßnahmen zu betrachten. 

 

Tipps für daheim

 

Als Betroffener kann man selbst vieles dazu tun, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Viel bewegen, aber wenig belasten - so sollte das Motto lauten für Ihren eigenen Beitrag zum Umgang mit der Arthrose. Auch wenn das Knie schmerzt, eine Schonhaltung einzunehmen ist die völlig falsche Strategie. Der Versuch, das Gelenk zu schonen, führt zu noch größerem Schaden, denn dadurch wird der Knorpel nicht mehr gut durchblutet und mit Nährstoffen versorgt.

Dagegen sollten gelenkschonende Bewegungen wie Gymnastik, Radfahren, Walking und Schwimmen regelmäßig  durchgeführt werden. Ein geeignetes Trainingsprogramm greift schonend in den Verlauf der Arthrose ein, indem Muskeln und Bänder gekräftigt werden, vermehrt natürliche Gelenkschmiere gebildet wird und die Ernährung von Knorpel und Knochen verbessert wird. Vermeiden Sie dagegen Sportarten wie z.B. Joggen, Ski- und Snowboardfahren, Basketball, Fußball oder Tennis, bei denen die Gelenke stark belastet werden.

Vermeiden Sie Kniebeugen und achten Sie darauf, dass Ihre Knie im Sitzen nicht voll gebeugt sind. Alles über einen rechten Winkel hinaus (z.B. Hocken) beansprucht die Gelenke ganz enorm. Die Beine beim Sitzen zu überkreuzen, ist natürlich ebenfalls tabu. Niedrige Sitzflächen sind ungünstig, sie belasten das Gelenk vermehrt beim Aufstehen.

Denken Sie auch daran, dass schweres Tragen Gift für die Kniegelenke ist, denn alle Lasten stellen für das Gelenk eine zusätzliche Herausforderung dar. Auch High Heels sollten nicht zu häufig getragen werden, da sich durch die hohen Absätze der Körperschwerpunkt nach vorne verlagert, was die Kniegelenke wiederum vermehrt beansprucht.

Und wenn Sie einige Kilos zu viel haben, dann empfiehlt sich Ihren Kniegelenken zuliebe eine Gewichtsabnahme.  Sport, körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung helfen Ihnen dabei, die überflüssigen Pfunde zu verlieren.